GV 64_Flooding
Shownotes
Flooding im Hundetraining: Kann diese Trainingsmethode Hunden wirklich helfen, ihre Angst zu überwinden - oder richtet sie mehr Schaden als Nutzen an? Die Hundetrainerinnen Ute, Eva, Sabine und Nicole sprechen über die Risiken von Flooding, erklären, warum diese Methode problematisch ist, und zeigen sichere, hundegerechte Alternativen für ein angstfreies und vertrauensvolles Training.
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00:00:04:
00:00:09: In diesem Podcast sprechen vier Hundetrainerinnen darüber, die dir das freundschaftliche Zusammenleben mit Hunden im Alltag gelingt.
00:00:16: Was sie eint ist der Wunsch nach einem friedlichen gewaltfreien Miteinander mit unseren Vierbeinern!
00:00:33: Woher kommt das überhaupt?
00:00:35: Flutting wurde ja aus der klassischen Verhaltenstherapie des zwanzigsten Jahrhunderts, aus lerntheoretischen Ansätzen rund um Expositionstherapien herausgearbeitet.
00:00:51: Da gab es eine Idee dazu und die lautet Wenn ein Individuum lange genug dem angstauslösenden Reiz ausgesetzt wird, ohne fliehen zu können, merkt es irgendwann das nichts passiert und die Angst nimmt ab.
00:01:07: Das lasse ich jetzt mal so stehen!
00:01:09: Ich glaube man merkt schon wenn man das hört... dass da irgendwas hängt aus der heutigen Zeit.
00:01:16: Also beim Menschen wurde das in den fünftiger bis siebziger Jahren diskutiert im Kontext von Verbien, Zwangstörungen und Angestörungen.
00:01:24: Das ist also... Da gibt es auch noch so ein Begriff wie Implosion Therapy oder massive Expositione.
00:01:30: Also Namen die das in dem Zusammenhang publiziert haben.
00:01:36: Das war der Joseph Wolp Der hat aber später eher die systematische Desensibilisierung geprägt oder der Thomas Stampfel, das war der mit der Implosion Therapy.
00:01:49: Also die Logik damals zu damaliger Zeit war sehr stark behavioristisch.
00:01:56: also Beobachtbares Verhalten ändert sich und das Problem löst man dadurch.
00:02:03: Das war zeitlang so der Burner in der Verhaltenstherapie bei Menschen.
00:02:07: Aber man hat mit der Zeit gemerkt, dass es tierisch in die Hose ging.
00:02:11: Punkt eins ist, hat massive Stressreaktionen bei den Menschen ausgelöst.
00:02:18: Die Menschen haben Anigatacken gezeigt, Dissoziation gezeigt, Kontrollverlust, Herzrasen zittern, vegetative Überlastung und die Therapien wurden abgebrochen.
00:02:32: Und was wir da dann auch in dem Zusammenhang erst Märkte im Tun, aber das kommt beim Essen.
00:02:40: Gerade bei Menschen mit Trauma, dass die durch solche Sachen retraumatisiert wurden sehr oft.
00:02:49: Der zweite Punkt, warum schief ging es?
00:02:53: Es kam zur erlanden Hilflosigkeit, Stadtteilung der Erlande-Hilflosigkeiten.
00:02:59: Da könnte man auch mal drüber reden, fällt mir gerade so ein wäre auch ein Punkt.
00:03:02: also wenn jemand merkt Ich komme jetzt aus dieser Scheißsituation draus, egal was ich tue.
00:03:09: Da entsteht nicht Sicherheit sondern Hilflosigkeit.
00:03:13: mit heutigen Wissen und aus heutiger Sicht ist uns das klar.
00:03:17: aber damals war es ja ein Versuch.
00:03:20: und wie gesagt es ging schief.
00:03:23: da gibt's den Martin Seligmann der hat geforscht.
00:03:26: zur erlanden Hilflossigkeit wenn jemand weiterlesen möchte Martik Seligman hat dazu learned helplessness was geschrieben.
00:03:36: Also, wenn
00:03:37: Flucht
00:03:38: oder Einfluss ermöglicht erscheinen, geben Organismen auf!
00:03:43: Das ist jetzt also nicht an unser Säugetiergehirn gebunden, das ist der Spannende.
00:03:47: Also es ist nicht jetzt an Primaten und Kaniden und Menschen und so gebunden sondern Organismes geben auf.
00:03:55: Das geht also weiter runter.
00:03:59: Der dritte Punkt, der dabei zu erwähnen wäre warum's schief ging Die Angst bleibt innerlich bestehen.
00:04:09: Dazu gerne unsere Folge anhören über Angst, da haben wir ausführlich darüber gesprochen.
00:04:14: Die Menschen haben nicht gelernt ich bin sicher sondern die haben gelernt.
00:04:18: Ich muss es aushalten oder meine Gefühle zählen überhaupt nichts oder ich bin ausgeliefert und das Verhalten wirkte nur außenruhiger und innerlich blieb der Stress bestehen.
00:04:33: Mal einen kleinen Zwischenausflug schon mal vorab zu den Hunden.
00:04:37: TV-Hundetraining, da gab es so einen der hat die Hunde solange auf dem Boden gedrückt bis er kapituliert haben und er sagte dann auch naus sind sie kahlen jetzt haben sie entspannt haben sie nicht.
00:04:48: also der vierte punkt ist quasi warum das moderne psychotherapie anders arbeitet.
00:04:55: wie Heute gelten in der Psychotherapie kontrollierte freiwillige und dosierte Expositionen als Goldstandard mit Einwilligung, Vorhersagbarkeit also dass eine gewisse Handlungssicherheit erfolgen kann.
00:05:11: Selbstkontrolle kleine Schritte kleinste kleinste Kleinste Schritte einen Ressourcenaufbau, also Ressorten jetzt nicht in Form bei Hunden von Essen und so sondern Ressorzenaufbau verstanden als innere Ressource mit Stress umzugehen.
00:05:28: Also die Erhöhung der Resilienz quasi und ganz wichtig auch bei den Hunden heutzutage.
00:05:37: ein wichtiger Punkt ist die Korregulation und nicht wie man es damals gemacht hat überrollen.
00:05:44: soweit zum Thema beiden Menschen.
00:05:48: Es ging schief und warum ist es beim Hund jetzt noch problematischer als bei Menschen?
00:05:58: Und das ist der entscheidende Punkt, der entscheidenten entscheidenden Punkt und der wird sich jetzt denke ich mal hoffentlich ein wenig durch unsere Diskussion heute ziehen.
00:06:07: Der Hund kann die Situation nicht wie einen Mensch Kognitiv einordnen.
00:06:13: Dazu ist er nicht in die Lage, er kann es nicht kognitif einordnend.
00:06:17: Ein Mensch könnte zum Beispiel denken okay das gehört zur Therapie.
00:06:21: ok ich bin halbwegs in Sicherheit.
00:06:24: ok Es ist eine Therapeutin da die mich begleitet.
00:06:28: Ok es geht vorbei und der Hund kannt es net.
00:06:33: Ein Hund erlebt nur Da is etwas Bedrohliches Ich komme nicht weg Und niemand hilft mir.
00:06:41: Also für ein Hund ist es in dem Moment ein nicht endend volender Zustand, da kriege ich schon Puls wenn ich drüber nachdenke dass manche das immer noch tun.
00:06:53: quasi der Hund wird in einem Zustand gehalten von dem der Hund glaubt das hört jetzt nie wieder auf weil er die kognitive Erfassung nicht hat das sind Teil vom Hirn noch denken kann.
00:07:05: okay das gehört zur Therapie.
00:07:07: Ich werde rausgenommen und Die Zeichen des Hundes, die waren auch oft mal übersehen.
00:07:12: Ein Mensch kann immer noch sagen, bitte ich halt nicht ausholen mich raus und ein Hund wird bellen, der wird beißen, da wird schreien oder in sich versinken aber wie es halt immer gemacht wird, er wird nicht draufgehört.
00:07:25: das ist also tatsächlich so schlimm Und das Nervensystem von jedem Lebewesen reagiert immer biologisch und nicht philosophisch wenn man das mal so sagen darf.
00:07:37: ein Nervenystem reagiert ja immer im Rahmen der Biologie, der biologischen Gegebenheiten.
00:07:44: Und was macht man zum Beispiel da mit Hunden?
00:07:49: Muss ich jetzt mal überlegen.
00:07:50: also wenn mein ängstlichen Hund auf dem Marktplatz zwingt, wenn er Angst vor Leuten hat oder an Silvester mit aller Gewalt draußen hält, mag ich mir gar nicht vorstellen.
00:08:01: Oder auch in Hundekontakte hinein drängt die ihr gerade nicht leisten kann oder ihn vor Autos setzt Autos aussetzt, also das Aushalten müssen.
00:08:13: Oder wenn man ihn im Tierheim einfach laufen lässt oder wie man es damals gemacht hat ich kann mich da noch gut erinnern dass in den Fünfzehn Hunde in der viel zu großen Hundegruppe auf dem Hundeplatz in einem Auslauf der eingespart ist dort kommt ein neuer Hund weil wir von den Junghunden in die Grundgehorsamsgruppe wandert oder von den Welten zu den Jungen war auch immer.
00:08:34: Da sind alle schon drin und dann steht mir da macht die Tür auf, lasst den Hund rein alle rennen auf den Los, immer.
00:08:41: Das ist auch Flatting!
00:08:44: Oder wenn man den Hund ins Wasser zieht, da hat die Eva erst einen schönen Beitrag drüber geschrieben über Wasserscheuehunde was das manche dort versuchen mit aller Gewalt den Hund zum Paddeln zu bringen, irgendwie... Das is' auch Flating!
00:08:57: oder Wenn wir den Hund in die Stadt schleppt Aufzug fährt am Bahnhof-Rendt damit er sich dran gewöhnt?
00:09:04: Das i's auch flatting und damit aktiviert man zum Mais Der Stress-Überlebenssystem.
00:09:13: Und jetzt kommt ein kleiner Reminder, auch dazu hatten wir schon eine Folge die Vier F der Stressbewältigung, der Überlebensbewältigungsstrategien.
00:09:26: Für ich jetzt nehme in die Tiefe aus, ich zähle es nur noch mal auf.
00:09:30: Dazu gehört Beit, Wellen schnappen, Aggression, Leinenböbeln, so was.
00:09:36: Flight, Fluchtversuche ziehen Panik ausbrechen Freeze erstarren, brav sitzen und bewegungslos wirken.
00:09:47: Das ist dann der scheinbare Erfolg, den man sich beim Flattingdern als Erfolg auf die Fahne schreibt – also das ist es meistens!
00:09:56: Oder halt Fawn-Appeasement beschwichtigen Läckenducken unterwerfen oder fiddeln in dem gleichen Kontext.
00:10:05: Und die Menschen interpretieren dieses Freeze als
00:10:08: guck.
00:10:09: Jetzt ist er ruhig geworden.
00:10:11: Der Hund ist nicht durchgeworden, er ist schlichtweg nervlich kollabiert!
00:10:19: Bei Menschen sagt man dazu wenn die overload sind das ist meltdown.
00:10:25: Die sind kaputt, es hat die gecrashed, es hatte gekillt und ich muss jetzt echt ein bisschen an mich halten dass ich ruhig bleib beim Reden weil ich... Man sieht's halt leider wirklich immer noch so oft.
00:10:41: Jetzt hat, warum schadet dieses Flooding längerfristig?
00:10:46: Beim Flooding entsteht Sensibilisierung statt Gewöhnung.
00:10:53: Also Sensibilisierung ist das Gegenteil von D-Sensibilisierung heißt da, ich mach den Hund widerstandsfähiger.
00:11:02: Da hat mir schon mal so ein Definitionsproblem miteinander.
00:11:05: Sensibilisierung heisst das Nervensystem merkt sich für die Zukunft.
00:11:11: dieser Ort diese Hunde, diese Geräusche, diese Situation ist gleich horror!
00:11:18: Die Angst wird stärker schon im Vorfeld.
00:11:22: der zweite Punkt Wenn Bezugspersonen den Hund immer und immer wieder in die Überforderung bringen, das beschädigt Bindung.
00:11:35: Die Emotion dabei ist, mein Mensch beschützt mich nicht!
00:11:39: Ich kann mich nicht auf meine Bindungs-Person verlassen – also Vertrauensverlust passiert auch.
00:11:51: kommt zur Generalisierung ganz oft.
00:11:54: Also zum Beispiel wird aus der Angst vom Auto oder von einem Bus die Angst vor, vom Straßenverkehr zum Beispiel.
00:12:02: Oder aus der angst vor dem einen Hund weil er doof war, wird die Angst bei allen Hunden und lässt sich fortführen.
00:12:12: Und was besonders traurig ist... Die Hunde lernen auch Ihr Warnen und ihr Kommunikation zu unterdrücken, die haben gelernt es hilft mir sowieso nichts.
00:12:27: Also die Signale die der Hund sendet, die Kommunikations die der Hund sendet wird unterdrückt.
00:12:34: Das heißt wenn Warnenn nix bringt, dann baue ich bei sich halt gleichzu oder mache was anderes Schlimmes.
00:12:42: Und ja es tut einem weh wenn man da enger drüber nachdenkt.
00:12:47: Der große Denkfehler hinter dem Flooding ist.
00:12:53: Dass ganz viele Menschen wirklich sich mit der Neurobiologien zu auseinandersetzen und dass sie sich mit einer Körpersprache in den Details oft mal nicht so befassen, weil da wird oft verwechselt – und das ist der größte Denkfehler hinterm Flooding -, dass verwechselт wird ruhig wirken, wird verwechseld mit sicher fühlen.
00:13:22: Ein stiller Hund ist auf keinen Fall automatisch ein entspannter Hund.
00:13:29: Und ein Hund, der nichts mehr zeigt, ist nicht geheilt!
00:13:37: Also bei dieser Geschichte mit Flading da ist wie bei ganz vielen Sachen wieder mal nur das Problem vom Menschen gelöst.
00:13:45: Nichtes Problem vom Hund.
00:13:49: Flading heilt keine Angst Flatting überdeckt die Angst nur mit Hilflosigkeit.
00:13:57: Was man stattdessen machen kann, ja klar bedürfnisorientiert und modern zum Beispiel wäre das man mit dem Trigger, mit dem er mit dem Hund irgendwelche Sachen übt unterhalb der Eskalation.
00:14:10: Angstreiz irgendwas Schwelle bleibt also so weit weg vom Reiz dass das System noch in der Lage ist zu lernen dass man Wahlmöglichkeiten gibt im Hund immer, immer.
00:14:25: Also was wir ja auch schon so oft erzählt haben aber auch hier noch mal ein Reminder weil es schließlich immer der Kreis ist geht immer alles auf diesen einen Punkt zurück zum Beispiel Distanz vergrößern dürfen weggehen dürfen vom Auslöser ausweichen dürfen Vom Auslöser in Entfernung anschauen dürfen zu Ende riechen dürfen Pause machen, was man auch machen kann.
00:14:55: Eine Gegenkonditionierung also dass dieser Trigger zum Beispiel etwas Gutes ankündigt Ich sehe ein Hund bevor ich ausrast fliege Kekse in die andere Richtung und natürlich die Selbstwirksamkeit fördern.
00:15:10: haben wir auch Folgen drüber?
00:15:12: Also ja also wir erklären uns immer wieder selber.
00:15:15: ihr merkt schon der Hund muss erleben ich kann etwas tun was mir hilft.
00:15:21: Aller erster Stelle steht für mich die Regulierung des Narbensystems und das kriegt man durch Ruhe, Vorhersagbarkeit Bindung und Sicherheit.
00:15:35: Und jetzt werde ich gern hören was die Kollegen dazu sagen.
00:15:40: Ich denke die Eva die schaut zum Wissen
00:15:44: Ja sehr!
00:15:46: Das ist ja auch noch mal wichtig zu betonen.
00:15:49: wenn sich ein Mensch freiwillig für eine Therapie mit Fluttingen entscheidet, dann ist ja das für ihn der Grund.
00:15:57: Dass er überhaupt zu einem Schritt geht, dass er mit dem Problem, das er hat wirklich nicht mehr weiter leben kann also den Alltag nicht mehr bestreiten kann.
00:16:06: Das heißt es sind ja wirklich schlimme Sachen und Phobien gibt's ja ohne Ende gegen alles auf diesen Planeten.
00:16:14: Also ich habe mir mal im Internet geschaut Es gibt wirklich gegen Alles-Phobienes Ist so absurd wenn man sich das durchliest Aber so hat halt jeder sein Hauch.
00:16:23: Und wenn der sich dann entscheidet, eine Therapie zu machen... Das ist ja auch so wichtig dass es mit einem ewig langen Vorgespräch stattfindet schon mal um die Sache auch gemeinsam im Detail zu besprechen.
00:16:37: Dann gibt es einen Abbruchkortwort wo wirklich sofort stoppt.
00:16:42: Also nehmen wir das schlimmste Beispiel glaube ich.
00:16:44: was viele nachvollziehen können ist ja nicht spinnenphobie Und es gibt Leute, die können ja nicht mal das Wort Spinne ertragen und kriegen richtige Panikattacken und Angstzustände.
00:16:54: Und natürlich da es Spinnen gibt überall auf der Welt ist es für den wichtig weil er einfach davon stark beeilträchtigt ist.
00:17:03: Darum geht's ja den Leuten überhaupt nicht wenn sie Flatting mit dem Hund machen.
00:17:07: Es geht ihnen nur darum ich will es bequem haben.
00:17:09: Das geht überhaupt nicht.
00:17:11: darum mache ich das um den Hundes Leben zu erleichtern.
00:17:17: Da ist wichtig.
00:17:18: Das Allerwichtigste ist, wenn ich mich für so etwas für meinen Hund entscheide dann wie du schon sagtest, Tabine mit dem nötigen Abstand und vor allem ganz viel Beistand.
00:17:31: Und genau das wird im klassischen Hundetraining oder bei den evasiv arbeitenden Hundetrainern überhaupt nicht gemacht!
00:17:38: Diese erlernte Hilflosigkeit ist ganz schlimm denn am Ende ist der Hund gebrochen definitiv psychisch gebrochen und hat eben auch ein schlimmeres Trauma als er vorher hat, denn sein einziger Sozialpartner, den er in seinem kleinen Leben hatte.
00:17:54: Und der hat nur uns also wirklich nur einen Hundekumpel ist kein adäquater Sozialpartener.
00:18:01: Wenn er den nicht mehr hat dann ist er wirklich ganz alleine auf dieser Welt.
00:18:07: häufig wird immer von Hunde Trainern damit gelockt wenn der Hund Probleme mit Kollegen hat mit anderen Hunden Ja, der kommt in meine Rudel und dann wird alles gut.
00:18:16: Nein!
00:18:17: Der kommt nicht in eine Rudel?
00:18:19: Was soll er denn machen, der Hund?
00:18:21: Selbst wenn er beim Spaziergang ausflippt und ein Hund trifft.
00:18:25: Und vor ich war Weltwende in so eine Rudel reinkommt, dann ist ja einer gegen zehn, fünfzehn, zwanzig kein Lebewesen der Welt pöbelt!
00:18:34: Ich sage es mal ganz krass, wenn dir zwanzige grüne Neonazis entgegenkommen sagst du nicht halt cool jetzt finde ich dich auf einmal total ungefährlich kaum wirst du da feuste ballend auf die zugehen.
00:18:48: Weil du weißt, du hast keine Chance und das ist keine Therapie.
00:18:52: damit ändere ich meine Ängste nicht.
00:18:55: Und dass es so fies weil die Masche dieses Ich stecke dem den Hund des Kunden in meiner Rudel funktioniert.
00:19:02: also offensichtlich für die Leute weil sie sehen Mensch wie schön der mit den zehn fünfzehn zwanzig Hunden harmonisch hier in diesem großen Gehege ist.
00:19:11: und Es wird schlimmer wenn dieser hund dann beim nächsten Spaziergang mit Herrchen oder Frauchen auch nur auf einen einzigen Hund trifft.
00:19:20: Dann wird der Hund, der das Wäuse meh gezogen hat so etwas passiert mir nicht noch einmal!
00:19:27: Der wird umso mehr schreien und krakelen denn es ist die einzige Möglichkeit sein kleines Nieden zu
00:19:33: hätten.
00:19:35: Oder was meinst du dazu?
00:19:37: Ja ihr habt jetzt beide total wichtige Sachen gesagt vor allen Dingen was die Eva gesagt hat Dass der Hund wird ja in die Situation reingezwungen, den wird er da reingebracht.
00:19:48: Der geht ja nicht freiwillig da rein!
00:19:51: Das ist eben genau wie Eva vorhin erläutert hat... ...der Mensch beschließt ich kann mit ihm und der Situation nicht mehr leben zum Beispiel mit der Spinnenphobie oder mit irgendeiner anderen Phobie... ...oder mit irgendem Trauma das ich habe und suche sich eine Therapie mit einem entsprechenden Therapeuten.
00:20:09: Und dann wird es bearbeitet und ergibt sie erstmal ein paar Vorgespräche.
00:20:13: Das hat der Hund alles nicht und ich möchte es gar nicht so pauschal unterstellen, obwohl das in ganz vielen Fällen natürlich der Fall ist.
00:20:22: Es geht mir gar nicht unbedingt immer nur darum dass es für den Menschen bequem ist.
00:20:26: also das bestimmt in vielen Fälle der Fall.
00:20:28: aber es gibt bestimmt auch Menschen die sich Gedanken machen sagen meinem Hund geht's doch nicht gut in dieser Situation.
00:20:34: Also möchte ich ihm helfen.
00:20:35: und dann suchen sie sich eine Hundeschule, ein Hundepsychologen was auch immer und vertrauen dem.
00:20:42: Und was dann da passiert, ist halt immer sehr kompliziert.
00:20:45: Weil man vertraut halt diesen Experten – ja ich kann das Wort jetzt schon bald echt nicht mehr hören und es sind Leute die sich halt etwas zurechtlegen und die, deshalb Ihnen hat das immer so schön formuliert, die den Markt bedienen, die Frage ist halt welchen?
00:21:01: Ja wie gesagt wir bedienen ja alle irgendwie den Markt aber die Frage is' welchen!
00:21:06: Und reden wir unseren Kunden, ich sag mal so nach Mund damit die möglichst lange bei uns bleiben und möglichst viel Geld bei uns lassen, was wir natürlich schon alle gerne wollen.
00:21:16: Aber im Vordergrund sollte trotzdem immer stehen ist das, was ich tue wirklich fachlich korrekt?
00:21:25: Ist es in Ordnung für den Hund oder für den Menschen?
00:21:27: und bedenke ich die Folgen von dem, was sich tun?
00:21:31: Weil zum Beispiel Warnzeichen ignorieren?
00:21:35: Das harmloseste ist ja wirklich, wenn ein Hund erstarrt, einfriert und den Rest seines Lebens halt als Leben der Toder durchs Leben läuft.
00:21:43: Damit können Menschen ja gut leben!
00:21:44: Der Hund für denen ist es die Katastrophe.
00:21:46: aber Menschen können leben damit.
00:21:48: Aber was is denn mit den Hunden, die dann eben ausrasten bei jeder Gelegenheit?
00:21:53: Die bei jede Gelegenkeit ausflippen und durchdrehen... Was sind das für eine
00:21:56: Lebensqualität?!
00:21:57: Ich weiß jetzt gar nicht mehr wer das war.
00:21:59: Irgendeine Kollegin hat mal gesagt, was ist das für ein Leben, fünfmal am Tag auf Hundert Achtzig bin, weil ich die Situation nicht aushalt.
00:22:09: Das
00:22:10: war die Anapassan?
00:22:11: Genau
00:22:12: das war ganz toll und das soll man sich doch mal überlegen was es bedeutet dass ich mein Hund in Situationen bringe wo er jedes Mal wieder frei bläht.
00:22:23: Da muss man sich nochmal vor Augen halten.
00:22:25: und ein ganz entscheidender Punkt ist ja wirklich der Hund Lern nur immer Irrer zu werden oder immer Toter.
00:22:36: Was sonst hält mir da nicht ein, ja?
00:22:39: Komplette Selbstaufgabe oder komplettes Durchdrehen und dazwischen gibt es nichts mehr.
00:22:47: Und wenn man sich jetzt mal die Übersetzung von Plutting zu Gemüte führt Reizüberflutung.
00:22:55: wer möchte denn mit Dauer der Reiz über Flutung leben?
00:22:59: Und Hunde sind ja sowieso schon bei uns so reizüberflutet.
00:23:02: Einfach mit dem, da sie in der Menschenwelt leben, die nicht unbedingt hundegerecht ist!
00:23:07: Ja?
00:23:09: So jetzt gebe ich mal an die Nicole weiter weil ich glaube, die hat auch einiges zu melden.
00:23:14: Ganz genau Udo und ihr habt schon so viele wichtige Sachen wirklich gesagt.
00:23:18: und wenn man sich nur ansatzweise vorstellt wie sich die Hunde in solchen Situationen fühlen müssen dann Grußitz sein.
00:23:26: was glaub' ich immer wieder vergessen wird ist eben dieses sich rein fühlen.
00:23:32: Also ich versuche das permanent mich in mein Hund oder die Trainingshunde reinzuführen, weil darum geht es im Endeffekt dass was die Hunde emotional erleben und das ist halt sehr individuell Angst, Fobien, Zwangsstörung.
00:23:50: du kannst nicht direkt in ein Lebewesen reingucken und es gibt eine Wahnsinns Bandbreite wie stark, wie ausgeprägte bestimmter Angst ist.
00:24:00: Wie Eva das gesagt hat, manche die eine Spinnenphobie haben, die müssen nur das Wort hören und kriegen Angstgefühle und andere sagen naja so langsam nicht bei mir im Zimmer ist habe ich da noch kein Problem aber anfassen würde ich sie jetzt nicht.
00:24:13: Das heißt es ist schon recht individuell und es ist eben nicht direkt sichtbar.
00:24:19: ja also wir sehen es nicht direkt wie schlimm diese Gefühle in dem Moment sind.
00:24:25: Wir können es mit Sicherheit an Körpersprache, an Ausdruck festmachen.
00:24:30: Aber wir können's halt eben nicht ganz offensichtlich sehen.
00:24:34: und das Wichtige dabei ist was ich auch mit Kunden viel mache... Ich versuche Beispiele zu finden dass sie es selbst an sich spüren wie würde sich das für dich anfühlen?
00:24:48: Und versuche Situationen aus unserem menschlichen Leben zu finden um den Menschen dieses Gefühl zu geben.
00:24:56: Und Menschen, die dann eben selber schon schlimme Situationen erlebt haben oder die selbst bestimmte Ängste haben können sich da noch etwas besser reinfühlen.
00:25:07: Wir übergehen diese Emotionen von Hunden irgendwie sehr oft.
00:25:13: Ich habe manchmal das Gefühl dass Menschen sich gar nicht so richtig in die Lage des Hundes versetzen können oder wollen, der Hund ist immer manchmal noch so ein bisschen auf einer anderen Stufe.
00:25:22: Ist halt doch irgendwie nicht so.
00:25:24: mit einem Hund kann man das irgendwie machen und ich glaube dass es das Gefährliche daran was es für die Hunde auch so schwierig macht und umso besser man seinen eigenen Hund kennt Umso besser kann man auch an ganz kleinen Signalen, an ganz Kleinen Veränderungen in der Körpersprache schon sehen.
00:25:45: Okay es geht ihm gerade nicht so gut.
00:25:47: okay er findet jetzt anscheinend nicht so schön was ich mache.
00:25:50: vielleicht sollte ich jetzt mal besser ihm helfen und aus der Situation rausgehen.
00:25:55: Und auch dann wenn ihr manchmal eben ist nicht genau erkennt oder nicht genau wisst und einfach nur ein Gefühl hat, dass sich euer Hund unwohl fühlt.
00:26:05: Dann ist es schon wichtig das ihr für ihn da seid und das eben nicht übergeht weil euer Gefühl ist wichtig ja?
00:26:13: Das heißt was ihr wahrnehmt wo ihr sagt ah nehmt bisschen komisch dann helft eurem Hund auch wenn ihr in dem Moment es nicht genau einordnen könnt.
00:26:22: bei alles was ihr an dem moment für ihn tut Und wie ihr im Moment für ihn da seid, ist entscheidend dass es dem Hund besser geht.
00:26:31: Und ich glaube die Sabine hat dazu auch noch was?
00:26:34: Ja, die Sabina hatte so auch noch etwas.
00:26:37: Da sagst du, was furchtbar wichtig ist und zwar natürlich dieses Dasein für den Hund.
00:26:45: Du sprichst davon das wir kleine Signale erkennen müssen.
00:26:52: Das ist jetzt wirklich die Aufgabe von uns Trainerinnen dass nur die Menschen drauf schuld, weil die meisten Menschen oder viele Menschen erkennen nicht mal die großen Signale vom Hund.
00:27:08: Da muss der Hund erst schreien, da muss er Hund erst Ramba-Zambo machen und dann muss er erst komplett die Nerven verlieren bevor die Menschen denken ah ok aber die Leute denken das habe ich ein Problem und der Hund ist dran.
00:27:22: schuld weil sich der Hund so aufhört.
00:27:23: warum tut er es plötzlich gerade?
00:27:25: also jedes Verhalten hat immer einen Grund Und wenn man im Vorfeld schon sehen würde an kleinen Sachen, was den Hund gerade belastet dann könnte man viel eher intervenieren.
00:27:38: Also Intervention ist er sowieso... besser als Reparatur, sag ich mal.
00:27:44: Jetzt mal so ein Gedanke der mir gekommen ist.
00:27:46: das ist jetzt ein wenig provokativ aber in dem Zusammenhang kommt mir da noch wenn Flading wirklich richtig gut funktionieren würde dann hätten wir Tierheime voll mit geheilten Hunden eigentlich Dann hätten die ja nach einer Weile alle kein Problem mehr und Da muss man einfach drüber nachdenken.
00:28:10: Ich meine, bei einem Hund das ist ja Konfrontation bis zur Aufgabe und anstelle von Konfrontations- bis zur Aufgabe braucht er eigentlich Sicherheit und Beistand bis zur Veränderung!
00:28:25: Der soll sich ja nicht aufgeben, der soll die Chance haben sich zu verändern.
00:28:30: und da fällt mir auch wieder dieser eine Glaubenssatz ein, diese eine blöde Spruch Ja dann muss er durch Das ist im Endeffekt nichts anders wie den Hund in einer unguten Situation lassen, aus der er eigentlich jetzt gern draus wollen würde und nicht rauskommt.
00:28:45: Bei deiner Erzählung kam mir so ein Bild in den Kopf – und es betrifft jetzt mich, so gesehen!
00:28:52: Ich bin ja auch ziemlich schnell sehr reizüberflutet, ich kann aber Situationen mit vielen Menschen in einem Raum schon gut aushalten.
00:28:59: Da gucke ich halt so, dass ich mich richtig platziert, dass sich nicht irgendwo in der Mitte sitzt sondern am Rand sitzt und ich weiß – ich habe die Gewissheit – ich kann diese Situation verlassen, wann immer ich das möchte!
00:29:11: Wenn ich aber in dem überfüllten Zughock oder in den überfühlten Straßenbahn oder in einem Bus da muss sehr beruhigend im Vorfeld, damit ich das aushalten kann und hinterher bin ich meistens fix und fertig weil ich hab dann das Gefühl wenn jetzt was ist.
00:29:28: Ich kann ja nicht mal raus!
00:29:29: Und ich bin einmal gefahren von Kronach nach Hamburg und da sind zugestiegen... Da war irgendein Fußballspiel keine Ahnung da sind irgendwelche Fußballfans zugestiegene die haben Spaß gehabt alles vollkommen in Ordnung Die waren alle harmlos aber die waren zu laut zu schrill zu nah an mir dran.
00:29:48: Das sind Situationen, da komme ich furchtbar schlecht damit zurecht.
00:29:51: Und jetzt haben wir natürlich die Ratio und kann sagen okay sie steigen da aus das ist das Spiel dort und dort oder ich steige ja ich muss es nur noch eine Stunde aushalten.
00:30:01: Ich weiß rational dass die mir nichts tun.
00:30:04: ich fühle mich nur unwohl.
00:30:06: aber beim Hund ist es halt nicht so.
00:30:10: und ich glaube wenn man selber ein bisschen so Situationen an sich selbst kennt die einen in Besorgnis bringen, dann versteht man manche Sachen auch besser.
00:30:23: und ehrlich ihr alle da draußen traut euch ruhig eure Gedanken und Gefühle auf den Hund umzulegen.
00:30:31: Wir haben die gleiche Biologienkörper wir haben das gleiche Narvensystem.
00:30:35: solche Dinge kann man durchaus vergleichen bis auf eben unsere kognitive Fähigkeit die Situation echen wie abzuschwächen oder sich selber zu beruhigen, indem er sagt es ist ja bald vorbei.
00:30:48: Aber die Biologie die stattfindt und noch was is ne Eingwallen mit dieser Angst?
00:30:53: das haben wir auch besprochen.
00:30:55: in der Folge über die Angst eine Angst bestimmt immer derjenige der sie hat.
00:31:03: Wenn jetzt die Eva Angst vor Spinnen hat und wir haben eine Scheunenparty, das wäre schlimm wenn sie nichts essen können.
00:31:14: Traut sich nicht rein weil da ein winziges Spinnchen hockt und ich sage zu ihr was hast du denn?
00:31:18: Das ist doch nicht schlimm!
00:31:20: Das steht mir doch gar nicht zu.
00:31:22: Das entscheidet auch nicht ich ob jemand anders Angst vor einer Sache hat oder sich unwohl fühlt aber bei den Hunden machen wir das ständig.
00:31:31: uns einreden oder den Hund versuchen einzureden, stelle ich nicht so an.
00:31:35: Das ist doch nicht so schlimm und die Ute guckt schon wieder so.
00:31:40: Ich glaube, sie möchte was sagen!
00:31:43: Kann leicht sein, Sabine dass die UTe etwas sagen will.
00:31:48: Wer ist jetzt da eingefallen?
00:31:51: Zwei Dinge sind mir eingefangen.
00:31:52: einmal Nicht Hunde im Tierheim sondern Hunde auf Pflege stellen.
00:31:56: Hunde kommen zum Beispiel aus dem Schelter, Spanien und Rumänien, wo auch immer völlig egal.
00:32:02: Und landen in Deutschland auf einer Pflegestelle.
00:32:06: Die Pflegestellen mit denen ich bis jetzt Kontakt hatte die waren alle menschlich total lieb und nett und haben die sehr geliebt.
00:32:15: Das war es dann, sage ich mal ganz bösartig.
00:32:18: Weil einfach nur Hunde lieb haben reicht halt da oft nicht!
00:32:22: Dann ist nämlich genau die Situation die die Eva vorhin geschildert hat.
00:32:25: Dann kommt so ein Hund.
00:32:27: Also ich habe jetzt da ganz konkret eine Situation im Kopf, wo ich es besonders krass fand.
00:32:31: Das war ein ganz kleiner Hund also sowas ähnliches wie so einen Zwergpinger und der kam halt nach Deutschland auf die Pflegestelle aus Spanien, war also in Spanier schon völlig unauffällig.
00:32:43: Welche Überraschung?
00:32:45: Winzig kleiner Hund, völlig unauffällig.
00:32:46: Natürlich ist er unauffällig ein Schälter weil der einfach sagt wenn mich keiner sieht dann überlebe ich hier leichter.
00:32:53: Dann kam auch die Pflegestelle in Deutschland.
00:32:55: da ging es dann so weiter Auch mit was weiß ich fünf sechs sieben acht neun zehn Hunden oder wie viel auch immer.
00:33:01: und dann kam er zu seiner Immer noch jetzigen Halterin Und dann hat er alles von der fern gehalten von ihr und von sich.
00:33:12: Dieser winzige Hund, der also keine zehn Kilo gehabt hat mit ihm konnte, die nirgendwo mal hingehen.
00:33:16: Weil er ist auf alles los, weil es näher als fünf Meter an sich hinkam.
00:33:21: Der war so vollkommen durchgeknallt durch diese permanente Reizüberflutung, durch dieses permanente Flooding und der hat ebenso reagiert.
00:33:31: Und was ist dann passiert?
00:33:33: Also sie sind dann bei mir gelandet, weil die waren dann bei ihren Eltern zu Besuch Und ihre Eltern kenne ich gut, dann haben sie gesagt so du gehst jetzt zur Ute und dann gucken wir mal die Kriegte schon hin.
00:33:43: Die Lösung war einfach ausweichen dem Hund mehr Ruhe geben den einfach nicht völlig überall hinschleppen.
00:33:51: also einfach Schluss mit Flutting ganz einfach.
00:33:55: und das war nach wenigen Wochen war das Thema wirklich durch und nach wenige sogenannten Therapiestunden war es durch.
00:34:04: Also wir haben da keine zweihundert was weiß ich was Stunden machen müssen.
00:34:08: Der Hund hat einfach gelernt, mein Frauchen hört auf meine Signale.
00:34:12: Die sieht wenn ich in Not bin die hilft mir fertig.
00:34:16: das war es ja und das ist halt das Problem dass ihm genau denkt wenn ein Hund nichts macht und man guckt seine Signale nicht an dann ist doch alles gut.
00:34:27: Und ich kann so ein bisschen etwas ergänzen, was die Sabine von ihrer eigenen Platz- und Überforderungsangster erzählt hat.
00:34:35: Jetzt weiß ich warum sie so gern Referentin ist, weil da sitzt sie vorne im Seminar, fährt nicht beträgtlich.
00:34:41: Ja genau!
00:34:43: Das ist jetzt die Erklärung dafür.
00:34:45: Abgesehen davon, dass ja auch immer ganz nette Sachen erzählt.
00:34:48: aber das ist bestimmt der Hauptgrund.
00:34:51: Aber ich hatte jahrelang, Jahrzehntelang Probleme im Rücken und zwar im Kreuzbein.
00:34:58: Ich bin da als Kind gestürzt beim Turnen und hatte dann einige blöde Erlebnisse und es war so dramatisch, dass mir kein Masseur, kein Physiotherapeut durfte dahin fassen.
00:35:09: Da bin ich so aggressiv geworden.
00:35:11: Ich wusste zwar, ich darf dem nichts tun aber ich habe mich mal wirklich an der Liege fest gehalten damit ich mich nicht umdrehe und den eine knall wenn er da hin fasst.
00:35:22: also das war echt dramatisch.
00:35:24: Und dann war ich bei meiner Felgenpreislehrerin und hat es dann mit gekriegt.
00:35:28: Dann hat die gesagt, du besagst dir jetzt mal ein Buch.
00:35:31: Das war damals ganz neu auf dem Markt.
00:35:33: Das ist schon ewig her, ich weiß es nicht, dreißig, fünfundreißig Jahre und das hieß Traumatherapie von Peter Singer.
00:35:40: Und es war ein hoch spannendes Buch.
00:35:42: Da ging's unter anderem um Kinder in den USA, die entführt worden mit einem Schulbus und die dann irgendwie fragt mich lieber wie in irgendeiner Höhle gelandet sind.
00:35:53: Ich glaub da wurden sie eingesperrt mit ein bisschen was zu essen und zu trinken Und wenn für die bezahlt wurde, dann werden sie also angeblich freigelassen worden.
00:36:01: Die waren da lang drin, ich glaube zwei Wochen und das sind interessante Sachen passiert.
00:36:07: Und zwar die älteren Kinder – die Kinder waren zwischen sieben und sechzehn so in der Größenordnung – und die ältere Kinder haben dann irgendwann dafür gesorgt dass sie frei kamen und die Jüngeren hätten sich in die Ecke gesetzt und wären gestorben.
00:36:24: Man hat dann später diese Kinder untersucht Und die, die selbst wirksam wurden und für die Befreiung von sich und den anderen Kindern gesorgt haben.
00:36:37: Die hatten null Probleme!
00:36:40: Und je hilfloser diese Kinder in der Situation waren umso größer waren die Probleme, die sie als Erwachsene hatten.
00:36:50: So jetzt legen wir das auf Hunde um.
00:36:53: Das ist eins zu eins.
00:36:54: Wir haben die gleiche Biologie, wir haben das gleiche Nervensystem.
00:36:58: Wir funktionieren alle auf der gleichen Art.
00:37:01: D.h.,
00:37:02: je mehr ich einen Hund selbstwirksam werden lasse und eben ihn nicht permanent mit irgendwelchen Dingen überflute, die er nicht will, kann oder möchte, wo er einfach nur noch wegwählt, umso leichter wird er dann auch mit anderen schwierigen Situationen
00:37:18: fertig.".
00:37:20: Und das ist der Umkehrschluss, aber auch die gute Botschaft.
00:37:25: Das heißt ja dass man wirklich selber was tun kann.
00:37:30: also ich als Wesen kann etwas tun um aus einer komplizierten Situation rauszukommen wenn ich den entsprechenden Beistand kriege.
00:37:39: Ich habe übrigens dann diese Traumotherapie bei meiner Feldenkreis Lehrerin gemacht und es durfte mir danach.
00:37:46: Jeder Masseur, jeder Physiotherapeut darf mir seitdem durchaus wieder in die Gegend reinfassen und mich da behandeln.
00:37:54: Und das ist natürlich schon viel wert.
00:37:56: aber das war eben bewusst.
00:37:57: Das war eine bewusste Geschichte die ich gemacht habe und deswegen hat es funktioniert oder Eva?
00:38:03: Ja ich möchte auch zu dem Thema nochmal flooding by Menschen noch mal diese ganz widerliche ekelhafte Trash TV Sendung Dschungelcamp aufgreifen.
00:38:14: Da machen Leute die schlimmsten Sachen, konfrontieren sich mit ihren schlimmsten Ängsten.
00:38:20: Obwohl sie das ja bereits im Vorfeld wissen ist ja nichts Neues nach so vielen Jahren und obwohl Sie es vorher wussten und sich psychisch darauf einstellen konnten dass sie das für... sie machen das für das Geld natürlich und nicht um sich zu therapieren.
00:38:34: aber ich finde es so ekelhaft wie mit den Ängste von Menschen die wirklich dringend Geld brauchen gespielt wird um das Volk zu unterhalten, mit solchen widerlichen Sachen.
00:38:46: Und wenn man dann noch sieht wie diese Teilnehmer schreien, greichen das Gesicht vor Angst und wirklich Todesangst teilweise verzerren und man das also Unterhaltung nimmt, dann wiederum buttert mich nicht mehr dass Flading bei Hunden von Hundetrainer praktiziert wird.
00:39:03: Das unterhält ja auch noch die Fernsehzuschauer gerade bei TV-Hundetrainern oder eben bei anderen Trainern den Hunderhalter oder auch noch andere Hundehalter.
00:39:14: Servine!
00:39:16: Ja, du sagst das so was?
00:39:19: Ich hab jetzt gedacht, du redest noch weiter.
00:39:20: deswegen mit diesem Dschungelcamp sagst du was.
00:39:24: und da wollte ich eigentlich drauf einhagen weil die tun das echt für Kohle.
00:39:31: Also die lassen sich soweit runter, dass sie das... Na
00:39:33: ja, das habe ich ja gesagt.
00:39:37: Die machen es für Kohle und da ist es... Die lassen
00:39:40: sich demütigen für Geld!
00:39:43: Für Geld?
00:39:43: Das ist eigentlich Prostitution, sagen wir mal so, alles gut mit.
00:39:48: aber das ist dann so was mir daraus für ein Spruch eingefallen ist in dem Kontext.
00:39:55: deswegen hab' ich jetzt da spontan, weil Gefinger zeigt mit dem da durchmüssen.
00:40:01: Und der Hund muss nirgendsdurch, aber wir müssen schon wo-durch.
00:40:08: und das Allergrößte, wo wir Menschen durchmüssen ist womöglich des eigenen Ego, dass man da die richtige Abzweigung finden, dass mal wieder mehr zuhört anstelle zu reagieren, dass dass man merkt, wenn jemand still wird.
00:40:27: Dass es kein gelöstes Problem ist, wenn niemand nichts mehr sagt.
00:40:30: Sondern manchmal ist vielleicht auch nur die Hoffnung ein bisschen leiser geworden.
00:40:34: Dass man an solchen Sachen mal etwas mehr rumkaut oder die mal mehr bis zum Nachdenken bringt oder mal den Leuten versucht nahe zu bringen das sie mehr darüber nachdenken.
00:40:47: so wäre der Satz sinnvoll.
00:40:50: Es sind da so viele kleine Sachen, die damit spielen Und über die haben wir alle schon geredet.
00:40:56: und je mehr ich jetzt über dieses Flatting hier an sich höre, ach von euch und von euren Reaktionen.
00:41:03: Was ich von mir in der Vorbereitung hatte, desto müdender werde ich eigentlich weil es immer noch so sehr praktiziert wird.
00:41:13: Weil nur wenn jemand laut Führung schreit oder so ist das noch lange nicht kompetent hat es mit Kompetenz nichts zu tun.
00:41:22: Ich kann ein Verhaltensproblem nicht so weg trainieren, oder auch nicht durchgehorsam.
00:41:29: Oder ich glaube soweit sollt mir doch heutzutage im modernen Umgang mit dem Hund schon angekommen sein?
00:41:40: Oder Nicole wie magst du das wenn du so einen hoch traumatisierten Hund kriegst?
00:41:45: Ja Sabine definitiv also es geht oftmals mehr um Emotionen und Gefühl als um Technik.
00:41:53: Das heißt, dass man da irgendwas versucht über Signale oder ähnliches zu regeln.
00:41:58: Und was mir auch zu dem Thema noch eingefallen ist, ihr müsst euch auch vorstellen das ja die Menschenwelt sicher auch oft für die Hunde ganz anders nochmal darstellt.
00:42:08: Ja also für uns sind einfach viele Dinge völlig normal Dass dann eine Straße lang geht wo sich Autos fahren und Für den Hund der auf dem Gehweg gehen muss oder mit uns geht.
00:42:19: Der versteht halt nicht, warum die Allerheit in den fünfzig Zentimeter Abstand dann ihm vorbei düsen und jeder ein unterschiedliche Geräusche macht.
00:42:27: Also für die Hunde stellen sich viele Dinge im Alltag oft auch schon von vornherein als anders da als für uns.
00:42:34: Schon alleine durch die Körpergröße, schon allein durch die anderen Sinne, die einen Hund hat.
00:42:40: Und wenn ich mir manchmal so den Alltag oder die Alltagsgestaltung von Hunden, Anschaue beziehungsweise das von den Kunden erzählt kriege.
00:42:49: Also dann wird mir schon schlecht dass ich dann sage oh bitte nicht.
00:42:55: aber da möchte ich manchmal nicht wissen wie es dem Hund geht weil der Alltag von vielen Menschen ist einfach durchgetaktet wo's um Familie Job Kinder andere Haustiere geht und das wird runtergeradert am Tag.
00:43:07: Und der Hund soll sich da halt auch einfügen, aber ich finde selbst so ein verrückter Alltag ist ja für den Hund oft schon eine Reizüberflutung.
00:43:16: Das heißt also man muss da wirklich genau... Also auch wenn es eben kein bewusstes hervorrufen von Reizüberflutungen ist sind viele Hunde einfach schon mit einem extremen Alltag schon sehr überfordert und das Nervensystem schon unter Spannung.
00:43:31: Und da müssen wir noch ein bisschen mehr hinschauen, dass man den Hunden Möglichkeiten geben, Auszeiten geben, Mehrruhe Zeiten geben was oft einfach immer noch vernachlässigt wird.
00:43:44: Ja Sabine ich denke, dass du bestimmt da noch ein paar Abschlussworte für uns hast.
00:43:50: Eigentlich fällt mir jetzt kein Gscheides Abschlusswort mehr ein, weil ich, wie habe ich alle schon losgelassen was mir eingefallen ist ja vielleicht in diesem Sinne dass wir weniger die Hunde formen und mehr die Hunden kennenlernen sollten.
00:44:08: Weil das ist auch für beide meistens entspannter.
00:44:12: Vielleicht ist der beste Trainingsfortschritt manchmal nicht sitzplatz bleibt sondern dass der Hund uns einfach vertraut.
00:44:20: Vielen Dank liebe Sabina.
00:44:22: In der kommenden Folge in vierzehn Tagen beleuchten die Hundetrainerinnen die sogenannte schwarze Pädagogik und was sie im Hundertraining anrichtet.
00:44:30: Wir freuen uns, wenn du wieder dabei bist!
00:44:32: Wenn Du eine Frage hast an Ute, Nicole, Sabine oder Eva den Kontakt zu ihnen verlinken wir Dir wie immer in den Shownotes dieses Podcasts und da findest Du auch den Link zum Openersong.
00:44:41: Jenny's Theme made by Audionautics.com Freuen wir uns über eine Bewertung von dir, einen Kommentar oder Sternchen auf dem Portal, auf den du uns hörst.
00:44:50: Das hilft anderen Good Vibrations zu finden und natürlich freuen wir uns wenn du uns weiter empfiehst.
00:44:55: Zum Schluss geht unser Dank wie immer raus an die Stimme im Opener meinen lieben Radio-Kollegen Jan Seifert!
00:45:01: Mein Name ist Bianca Piotrowski.
00:45:02: ich bin die Produzentin dieses Podcasts und wir kennen uns vielleicht schon aus Cookies Friends der Podcast für T-Schutzhunde.
00:45:08: bis zu einer neuen Runde.
00:45:09: Good Vibrations habt eine entspannte Zeit mit euren Hunden.
00:45:17: Good Vibrations.
00:45:19: Entspannt leben
00:45:20: mit Hunden.
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